Ausschlussdiät beim Hund

Artikel aktualisiert am 31.08.2025

Zahlreiche Hund- und Katzenbesitzer haben den Verdacht, dass ihre pelzigen Freunde bestimmte Futtermittel nicht vertragen. Um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen, gibt es nur eine bewährte Methode: eine durchdachte Ausschlussdiät über einen längeren Zeitraum. Alles, was du dabei beachten solltest, erfährst du hier.

Was ist eine Ausschlussdiät und warum ist sie wichtig für deinen Hund?

Eine Ausschlussdiät bei Hunden ist eine spezielle Form der Diät, die zur Identifizierung von Futtermittelallergien oder –unverträglichkeiten verwendet wird. Wenn dein Hund unter Verdauungsstörungen, Hautproblemen, Juckreiz oder anderen unerklärlichen Symptomen leidet, kann eine Futtermittelallergie als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden.

Bei einer Ausschlussdiät wird der Hund für einen bestimmten Zeitraum auf eine strikt begrenzte und hypoallergene Diät gesetzt. Diese Diät besteht in der Regel aus einer einzigen Proteinquelle (z. B. Pferd, Lamm, Ente oder Känguru) und einer einzigen Kohlenhydratquelle (z. B. Kartoffeln). Zusätzlich werden alle anderen Lebensmittelbestandteile, wie Getreide, Milchprodukte, bestimmte Fleischsorten oder künstliche Zusatzstoffe, vollständig ausgeschlossen.

Während der Ausschlussdiät wird der Hund genau beobachtet, um festzustellen, ob sich seine Symptome verbessern oder abklingen. Wenn sich die Symptome unter der Ausschlussdiät bessern, deutet dies darauf hin, dass eine Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit vorliegt und das ausgeschlossene Futter die Reaktion verursacht hat.

Nachdem die allergieauslösende Komponente identifiziert wurde, kann der Tierarzt eine geeignete Diät und einen Fütterungsplan empfehlen, der die allergischen Reaktionen des Hundes minimiert und eine ausgewogene Ernährung gewährleistet. Die Ausschlussdiät ist ein wichtiger diagnostischer Schritt, um die Gesundheit und das Wohlbefinden von Hunden mit Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten zu verbessern.

Die Bedeutung der Ausschlussdiät

Es gibt bisher keinen akkuraten Blut- oder Hauttest, um zu erkennen, ob ein Tier eine Futtermittelallergie hat. Die einzige zuverlässige Methode besteht darin, Allergene zu meiden. Daher ist es wichtig, zuerst zu identifizieren, auf welches Nahrungsmittel der Hund allergisch reagiert. Die Ausschlussdiät ist der einzig sichere Weg, um Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu diagnostizieren und die Auslöser der Allergie ausfindig zu machen. Indem du auf diese Weise die Allergene identifizierst, kannst du sie in Zukunft vermeiden und dein Tier bleibt symptomfrei.

Wie lange dauert die Ausschlussdiät?

Wie lange eine Ausschlussdiät bei Hunden dauert, kann unterschiedlich sein. Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Verdachtsdiagnose und wie der Hund auf die Diät reagiert. Typischerweise wird eine Ausschlussdiät für Hunde über einen Zeitraum von 8 bis 12 Wochen durchgeführt.

In den ersten 1- 3 Wochen solltest Du bereits eine Verbesserung der Symptome feststellen können. Dennoch ist es wichtig, die Diät für einige weitere Wochen beizubehalten, damit der Körper ausreichend Zeit zur Erholung hat. Bei hartnäckigen Hautentzündungen kann es sogar bis zu zwölf Wochen dauern, bis die Haut sich beruhigt und wieder regeneriert ist.

Schritt für Schritt zur glücklichen Hundemahlzeit: Wie du eine Ausschlussdiät durchführst

Vor dem Beginn der Ausschlussdiät ist es entscheidend, dass du Folgendes verinnerlichst: Der Erfolg dieser Vorgehensweise liegt komplett in deinen Händen!

Du und dein gesamtes Umfeld – deine Familie, Freunde, Nachbarn und jeder, der mit deinem Tier in Kontakt kommt, sollten die Ausschlussdiät uneingeschränkt unterstützen und sie konsequent für mehrere Wochen durchführen. Es ist wichtig, keine Kompromisse einzugehen, da selbst das kleinste „Schwachwerden“ all deine Bemühungen zunichte machen könnte.

Tierarztbesuch

Bevor du in den Küchenschrank greifst und wild herumexperimentierst, ist es ratsam, zuerst einen Tierarzt aufzusuchen. Der Doc wird deinen Hund gründlich untersuchen, um andere mögliche Gesundheitsprobleme auszuschließen. Auch wird er dir Fragen stellen, wie zum Beispiel ob die Probleme das ganze Jahr über bestehen oder saisonal unterschiedlich stark auftreten. 

Start der Ausschlussdiät

Um mit der Ausschlussdiät zu beginnen, brauchst du eine Proteinquelle, die dein Hund noch nie zuvor zu fressen bekam. Klar, Riesen-Zebrafleisch oder Flamingo sind wahrscheinlich schwer zu bekommen, also wähle etwas Ungewöhnliches wie Pferd, Kaninchen oder Strauß – sei aber sicher, dass es bei deinem Hund noch nie auf der Speisekarte stand.

Gib deinem Hund nur diese eine Proteinquelle als Futter für mindestens 8 bis 12 Wochen. Ja, wirklich nur die eine! Kein Leckerli, keine Snacks, keine Reste vom Tisch – eine harte Zeit für deinen geliebten Vierbeiner, aber es lohnt sich! Während dieser Zeit wird sich zeigen, ob es eine Besserung seiner Beschwerden gibt.

Die Proteinquelle solltest Du mit einer Gemüse oder Kohlenhydratquelle erweitern. Hier eignet sich besonders gut die Kartoffel.

Sprich mit dem Tierarzt über mögliche Vitamin- und Mineral-Präparate.

Aufmerksamkeits-Modus an!

Beobachte deinen Hund ganz genau während der Ausschlussdiät. Wenn sich seine Symptome bessern, deutet dies darauf hin, dass er möglicherweise eine Allergie oder Unverträglichkeit gegen andere Nahrungsmittel hatte.

Die Provokationsfütterung

Nach Beendigung der Ausschlussdiät solltest du eine Provokationstest durchführen, indem du gezielt wieder das Futter oder den Futterbestandteil fütterst, den du für die Symptome verantwortlich gemacht hast. Tritt eine Überempfindlichkeitsreaktion auf, hast du den Schuldigen endgültig identifiziert. Das gibt dir die Chance, wieder auf ein hochwertiges normales Futter oder auf eine „Single Protein Diät“ für Allergiker zu wechseln.

Gehe dabei schrittweise vor, um zu sehen, welche Veränderungen es an seinem Zustand gibt. Füge pro Woche nur eine neue Zutat hinzu. Notiere dir alles, was du deinem flauschigen Kumpel fütterst und wie er darauf reagiert.

Was bei der Zubereitung zu beachten ist

Wenn du selbst für Deinen Hund kochst, solltest Du folgendes bei der Zubereitung beachten:

  • Wenn Du das Fleisch kaufst sollte es nicht mit anderen Tierarten in Berührung gekommen sein.
  • Es sollte hochwertiges Fleisch sein. Keine Reste oder Fleischabfälle, die viele Sehnen und anderes Bindegewebe enthalten und dadurch schwer verdaulich sind.
  • Beim Kochen dürfen die Zutaten nicht mit anderen Lebensmittel in Berührung kommen.
  • Achte auf eine geeignete Hygiene.

Darf mein Hund während der Ausschlussdiät wirklich gar nichts anderes zu fressen bekommen?

Nein, dein Hund sollte tatsächlich nur die eine Proteinquelle und die Kohlenhydratquelle (z.B. Kartoffeln) bekommen.

Falls dein Hund Medikamente benötigt, dann setze diese keinesfalls eigenmächtig ab! Besprich dies unbedingt mit dem Tierarzt. Auch über den Einsatz von hypoallergenen Vitamin-Mineralstoff-Ergänzungen solltest du vorher mit dem Arzt besprechen.

Das bedeutet:

  • keine Kauknochen oder andere Kauprodukte
  • keine Leckerlies
  • keine Tischreste
  • kein Ergänzungsfutter (besprich das vorher mit dem Tierarzt)
  • keine Zahnpflegeprodukte
  • kein Futter von anderen Hunden

Fazit

Die Ausschlussdiät ist eine bewährte Methode zur Identifizierung von Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten bei Hunden. Sie besteht darin, den betroffenen Vierbeiner für einen bestimmten Zeitraum auf eine strikt begrenzte und hypoallergene Diät zu setzen, die nur eine Protein- und eine Kohlenhydratquelle enthält, während alle anderen Lebensmittelbestandteile ausgeschlossen werden.

Die Diät wird für etwa 8 bis 12 Wochen durchgeführt, wobei während dieser Zeit genau beobachtet wird, ob sich die Symptome verbessern. Die Ausschlussdiät ist die einzige zuverlässige Methode, um Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu diagnostizieren und allergische Reaktionen zu identifizieren.

Nachdem die allergieauslösende Komponente ermittelt wurde, kann ein geeigneter Fütterungsplan empfohlen werden, um das Wohlbefinden des Tieres zu verbessern und allergische Reaktionen zu minimieren. Die Durchführung der Ausschlussdiät erfordert Unterstützung und Konsequenz von Seiten des Besitzers und des gesamten Umfelds, um erfolgreich zu sein.

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Kevin Kühn

Hi! Ich bin Kevin und ein großer Hundefreund.
Hier dreht sich alles um gesunde Hundeernährung – von den Grundlagen über Fütterungsformen bis zu Tipps für ein vitales Hundeleben.


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