- Was bedeutet getreidefreie Ernährung überhaupt?
- Warum viele Hundehalter auf getreidefreies Futter umsteigen
- Ist Getreide wirklich ungesund für Hunde?
- Gut verträgliche Getreidesorten
- Wann getreidefreies Futter sinnvoll ist
- Wann Getreide sogar wichtig sein kann
- Was stattdessen im getreidefreien Futter steckt
- Mythen rund um getreidefreie Ernährung
- „Wölfe fressen kein Getreide“
- „Getreide ist nur billiger Füllstoff“
- „Getreidefrei = hochwertig“
- Worauf du beim Einkauf achten solltest
- FAQ: Häufige Fragen zur getreidefreien Ernährung beim Hund
- Ist Reis im Hundefutter ein Getreide?
- Hilft getreidefreies Futter bei Hautproblemen?
- Ist getreidefreies Futter besser bei Durchfall?
- Wie erkenne ich, ob mein Hund Getreide nicht verträgt?
- Fazit: Getreidefrei – nicht immer nötig, aber manchmal hilfreich
Getreidefreie Ernährung kann für manche Hunde sinnvoll sein, ist aber für die meisten Fellnasen nicht zwingend notwendig. Viele Halter entscheiden sich dafür, weil sie hoffen, damit Allergien oder Verdauungsprobleme in den Griff zu bekommen. Doch nicht immer steckt hinter dem Trend auch ein echter gesundheitlicher Vorteil. In diesem Ratgeber zeige ich dir, wann getreidefreies Futter wirklich Sinn macht, worauf du achten solltest und wann Getreide deinem Vierbeiner sogar guttut.
Was bedeutet getreidefreie Ernährung überhaupt?
Bei einer getreidefreien Ernährung wird auf Zutaten wie Weizen, Gerste, Mais, Hafer oder Reis verzichtet. Stattdessen kommen Kartoffeln, Erbsen, Linsen oder Süsskartoffeln als Energiequelle zum Einsatz. Viele verwechseln getreidefrei mit glutenfrei – das ist aber nicht dasselbe. Glutenfrei bedeutet lediglich, dass kein Klebereiweiß (z. B. aus Weizen oder Gerste) enthalten ist, während getreidefrei jegliches Getreide ausschließt.
Ich habe in den letzten Jahren viele Futterzusammensetzungen analysiert. Dabei zeigt sich: Nicht jedes getreidefreie Produkt ist automatisch hochwertig. Oft wird das Getreide einfach durch billige Pflanzenstärke ersetzt – das bringt dem Hund wenig.
Warum viele Hundehalter auf getreidefreies Futter umsteigen
Viele greifen zu getreidefreiem Hundefutter, weil ihr Liebling Verdauungsprobleme, Hautjucken oder stumpfes Fell zeigt. In Foren liest man schnell: „Das liegt am Getreide!“ Doch das stimmt nur selten. Echte Getreideallergien sind bei Hunden sehr selten – deutlich häufiger sind Unverträglichkeiten gegen bestimmte Eiweiße (z. B. Rind oder Huhn) oder Zusatzstoffe.
Marketing spielt ebenfalls eine Rolle: Hersteller nutzen den Wunsch nach natürlicher, artgerechter Ernährung und präsentieren getreidefrei als die gesündere Wahl. Viele denken dabei an den Wolf als Vorfahren des Hundes – und gehen davon aus, dass auch Hunde kein Getreide brauchen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.
Ist Getreide wirklich ungesund für Hunde?
Nein, Getreide ist nicht per se ungesund. Hunde können stärkehaltige Nahrung gut verdauen – ihre Verdauungsenzyme haben sich im Laufe der Domestikation angepasst. Wichtig ist jedoch, welches Getreide und in welcher Form es enthalten ist.
Gut verträgliche Getreidesorten
- Reis: leicht verdaulich, ideal bei Magen-Darm-Problemen
- Hafer: liefert Energie und Ballaststoffe
- Hirse: glutenfrei und gut für Haut und Fell
- Gerste: in Maßen verträglich, gute Energiequelle
Problematisch ist Getreide nur, wenn es zu stark verarbeitet oder in zu hoher Menge enthalten ist. Ein ausgewogenes Futter enthält meist einen moderaten Anteil an Kohlenhydraten, um Energie zu liefern, ohne den Hund zu belasten.
Wann getreidefreies Futter sinnvoll ist
Ein getreidefreies Futter kann helfen, wenn dein Vierbeiner:
- an einer diagnostizierten Getreideallergie leidet,
- Hautprobleme durch bestimmte Getreidesorten zeigt,
- Verdauungsstörungen hat, die sich unter Getreide verschlechtern,
- oder du BARF-Fütterung mit Obst und Gemüse statt Getreide bevorzugst.
Ich empfehle immer, vor einer kompletten Umstellung einen Tierarzt oder Ernährungsberater einzubeziehen. Oft kann ein gezielter Allergietest klären, ob tatsächlich Getreide der Auslöser ist – oder ob ein anderer Bestandteil im Futter verantwortlich ist.
Wann Getreide sogar wichtig sein kann
Getreide liefert komplexe Kohlenhydrate, die Energie langsam freisetzen. Besonders aktive Hunde oder Sporthunde profitieren davon. Außerdem enthalten viele Getreidesorten Ballaststoffe, die die Verdauung unterstützen.
Ein weiterer Punkt ist der Preis-Leistungs-Aspekt: Hochwertiges getreidehaltiges Futter kann günstiger und ausgewogener sein als manche teuren getreidefreien Sorten, die primär mit Marketing statt mit Inhaltsstoffen überzeugen.
Was stattdessen im getreidefreien Futter steckt
Wenn kein Getreide enthalten ist, braucht es andere Energiequellen. Typische Alternativen sind:
- Kartoffeln: gute Energiequelle, aber hoher glykämischer Index
- Süsskartoffeln: ballaststoffreich, aber teuer
- Erbsen, Linsen & Kichererbsen: liefern pflanzliches Eiweiß, können aber Blähungen verursachen
- Tapioka oder Maniok: oft als Stärketräger verwendet
Hier gilt: Je natürlicher und weniger verarbeitet, desto besser. Lies dir die Zutatenliste immer genau durch – steht dort an erster Stelle Fleisch, ist das ein gutes Zeichen.
Mythen rund um getreidefreie Ernährung
„Wölfe fressen kein Getreide“
Das stimmt, aber Hunde sind keine Wölfe mehr. Ihre Enzyme können stärkehaltige Nahrung gut verwerten. Evolutionär hat sich der Hund an das Leben beim Menschen angepasst – inklusive Resten vom Brot oder Brei.
„Getreide ist nur billiger Füllstoff“
Nicht ganz. Hochwertiges Getreide liefert Energie, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Billige Futter nutzen es aber tatsächlich als Streckmittel – deshalb ist die Qualität entscheidend.
„Getreidefrei = hochwertig“
Leider nein. Manche getreidefreien Sorten bestehen zu großen Teilen aus Erbsenstärke oder Kartoffelmehl – das ist nicht automatisch gesünder.
Worauf du beim Einkauf achten solltest
- Erste Zutat: Fleisch oder Fisch, nicht Kartoffel oder Erbse.
- Kohlenhydratquelle: Wenn schon Getreide, dann besser Reis, Hafer oder Hirse.
- Zusatzstoffe: Vermeide Futter mit unnötigen Farbstoffen, Zucker oder Aromastoffen.
- Deklaration: Je transparenter die Inhaltsstoffe, desto besser.
Tipp aus meiner Erfahrung: Wenn dein Hund empfindlich reagiert, probiere ein Single-Protein-Futter (z. B. Lamm + Reis) bevor du komplett auf getreidefrei umstellst. Oft ist das die bessere Wahl.
FAQ: Häufige Fragen zur getreidefreien Ernährung beim Hund
Ist Reis im Hundefutter ein Getreide?
Ja, Reis ist ein Getreide – allerdings sehr leicht verdaulich und oft für sensible Hunde geeignet.
Hilft getreidefreies Futter bei Hautproblemen?
Nur, wenn tatsächlich eine Getreideunverträglichkeit vorliegt. In vielen Fällen liegt die Ursache bei anderen Zutaten oder Umweltfaktoren.
Ist getreidefreies Futter besser bei Durchfall?
Nicht unbedingt. Bei akuten Verdauungsproblemen hilft oft Schonkost (Reis, Hühnchen, Karotte) besser als ein plötzlicher Futterwechsel.
Wie erkenne ich, ob mein Hund Getreide nicht verträgt?
Typische Anzeichen sind Juckreiz, Durchfall, Blähungen oder Ohrenentzündungen. Eine eindeutige Diagnose gelingt aber nur durch eine Ausschlussdiät oder einen Allergietest beim Tierarzt.
Fazit: Getreidefrei – nicht immer nötig, aber manchmal hilfreich
Getreidefreie Ernährung ist kein Muss, kann aber bei bestimmten Hunden sinnvoll sein. Wichtig ist, dass du dich nicht vom Trend leiten lässt, sondern auf die Bedürfnisse deines Hundes achtest. Wenn dein Liebling gesund ist und gut verträgt, was er bekommt, besteht kein Grund, das Futter zu ändern.
Ich empfehle: Beobachte deinen Hund genau, lies die Zutatenlisten kritisch und hol dir bei Unsicherheit Rat vom Tierarzt oder Ernährungsexperten.
Wie fütterst du deinen Vierbeiner? Hast du Erfahrungen mit getreidefreiem Futter gemacht? Schreib’s gern in die Kommentare!






